Turks & Caicos

Der „und zack.. Teil 2“ Eintrag wurden von der Autorin aus dem folgenden Grund gestrichen. Sie hat schlicht zu viel zu den nächsten Orten zu erzählen. Ich kann hier einfach nicht abkürzen. Sorry!
Also weiter…

Um von den BVIs zu Turks and Caicos zu gelangen dauert es ungefähr drei Nächte. Wieder einmal segeln wir einen längeren Schlag zu zweit und ich muss respektive darf feststellen, wir sind langsam ein eingespieltes Team. Das Segeln macht Spass und der Wellengang lässt sogar regelmässiges Kochen und Backen zu. So erwacht Bernhard meist mit einem verführerischen Duft von frischen Brötchen, welcher sich im ganzen Schiff verbreitet. Nachdem ich etwas insistieren musste, werden wir den ersten Halt auf Big Sand Cay machen. Eine unbewohnte Insel, welche man „eigentlich“ nur mit vorher eingeholter Erlaubnis betreten darf. Einklarieren kann man dort logischerweise auch nicht. Sowieso ist Samstag und die meisten Inseln schlagen auf die Einklarierungskosten am Wochenende noch Überstundenarbeit dazu. Warum sich also beeilen mit Einklarieren? Endlich ist Bernhard überzeugt und wir passen den Kurs an – und wir bereuen es nicht! Als wir in die Nähe der Insel kommen, beginnt das Wasser immer klarer und klarer zu werden. Wir sehen den Grund bereits bei einer Wassertiefe von 25m. Im Windschatten der Insel, an der Westküste, ist dann das Wasser nur noch lediglich 4m tief und in einem fast schon kitschigen türkis. Sind wir nun noch im Meer oder sind wir in einen Pool gefahren? Atemberaubend.

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Ankunft auf Big Sand Cay

Wir ankern, wassern unser Dinghi und machen uns auf den Weg an Land. Etwas mulmig ist mir schon zu mute, so illegal auf einer Insel. Aber weit und breit ist niemand zu sehen, also nichts wie los. Der lange und relativ breite Strand lädt zu einem Spaziergang ein. Ich finde riesige Muscheln. Darf ich die so illegal jetzt mitnehmen? Ich mache mit mir einen Kompromiss aus und packe die zwei schönsten Exemplare ein. Noch heute traure ich etwas diesen zurückgelassenen Muscheln nach. Nie wieder hatte ich nur annähernd diese Auswahl.

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Kein weiteres Schiff und kein weiterer Mensch. Wir haben nur Vögel und einen Barracuda angetroffen.

Leider wechselt das Wetter über Nacht und meine Trauminsel wird zum Ankern ungemütlich. Wir holen den Anker ein und fahren hart am Wind nach Grand Turk, der Hauptinsel von der Turks-Seite. Hier werden wir auch einklarieren. Zwischen einem Mooringfeld von lokalen Booten und der Anlegestelle der Kreuzfahrtschiffe findet Bernhard doch tatsächlich noch einen Ankerplatz für uns. Hätten wir vorher gefunkt, hätten wir auch erfahren, dass hier das Ankern grundsätzlich verboten ist. Mit grossem Nervenkitzel schauen wir im Anschluss vom Strand aus zu, wie das Kreuzfahrtschiff ablegt und unserer Jolene ziemlich nahe kommt.

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Hoffentlich hat der Captain das Rückwärtsfahren im Griff….

Es gibt aber weder eine Berührung noch löst sich der Anker und wir machen uns auf, die Gegend etwas zu erkunden. Wir spazieren über ein verlassenes Kreuzfahrschiff-Unterhaltungs-Gelände bis uns die Securitiy etwas schroff darauf hinweist, dass wir hier keinen Zutritt haben. Als wir der Strasse entlang spazieren, um das Büro zum Einklarieren ausfindig zu machen, hält ein Wagen. Neel, ursprünglich aus Indien, fragt uns, ob er uns irgendwo hin fahren könnte. Da wir zu diesem Zeitpunkt gerade schäusslich von Mücken angegriffen werden, nutzen wir die Fluchtgelegenheit und steigen ein. Nur, eigentlich wissen wir gar nicht wo wir hin wollen – wir wollten ja lediglich etwas die Gegend sehen. Neels fährt uns zu einem Supermarkt, wo ich mich mit frischen Lebensmitteln eindecken kann. Wir haben Glück. Heute ist gerade das Versorgungsschiff angekommen und es gibt viele Früchte und Gemüse im Angebot. Neels erzählt mir, dass dies nur einmal die Woche kommt und der Supermarkt teilweise sehr mager bestückt ist. Als wir ihn nach einem Internetcafe fragen nimmt uns Neel kurz entschlossen mit zu sich nach Hause. Hier gibt es weit und breit kein Restaurant, welches zu Fuss erreichbar wäre. Und der arme Kerl ist einfach zu höflich uns einen Wunsch abzuschlagen. Für Bernhard geht er extra nochmals in den Laden zurück und kauft Kaffee und mir bereitet er einen wunderbaren indischen Chai zu. Neels erzählt uns, dass er auf dem Cruising-Gelände im Diamont International arbeitet und morgen weitere Kreuzfahrtschiffe erwartet werden. Somit können wir am nächsten Tag das Gelände auch mal „in Action“ erleben. Wir besuchen Neels im Diamonds International und trinken über der Diamanten Vitrine eine lokales Bier, welches uns vom Hause offeriert wird. Zu einem Diamantenkauf kommt es dann leider aber nicht.

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Das verlassene Gelände für die Gäste der Kreuzfahrschiffe
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Und so sieht es aus wenn Gäste da sind 🙂

Wir verabschieden uns von Neel und machen uns am nächsten Tag auf den Weg nach Caicos. Auf einem Blog habe ich gelesen, dass das Kreuzen der Caicos Bank ein Highlight war. Untiefes klares Wasser über Meilen, wo man den Rochen zusehen kann, wie sie unter dem Boot durchschwimmen. Das will ich auch. Hier beginnt unsere „Knäpplerei“ über die Untiefen der Karibik. Wir segeln also ungefähr 20Meilen über die Bank, welche zwischen 2.5 – 5m tief ist. Bernhard hinten am Steuer und ich vorne im Ausguck. Leider sind die Bedingungen nicht ideal. Wir haben Wellengang und viele Wolken am Himmel, welche die Sicht einschränken. Trotzdem klappt die Kreuzung einwandfrei. So eine Sache, wie es oft beschrieben wird, ist diese Bank nun auch nicht und es gibt uns Mut für die Bahamas. Wir ankern im Schutz einer unbewohnten Insel neben – wer glaubts – einem schweizer Schiff. Leider fallen wir nach der Ankunft gleich in die Kojen. So erledigt sind wir von diesem „untiefen“ Tag. Am nächsten Morgen haben wir dann aber trotzdem noch die Gelegenheit unsere Nachbarn, die Seaborn, kennenzulernen. Nach einem netten Gespräch und ein paar Tipps für die Bahamas trennen sich unsere Wege leider wieder. Weil – wir müssen ja weiter. Unser nächstes Ziel heisst Providenciales, wo wir auch ausklarieren wollen.

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In wenigen Metern verlassen wir die Caicos Bank. Das Meer wird wieder bis zu 3000m tief.

Wieder fahren wir auf die Caicos Bank und wieder schaffen wir es ohne Grundberührung. Zum Ausklarieren sind wir jedoch zu spät. Wir nutzen den Tag um den Proviant aufzustocken und das völlig abgelegene und unspektakuläre South Dock zu erkunden. Am Abend gibt’s einen Sundowner auf einer schottischen Yacht und am nächsten Tag geht es weiter in die Bahamas.

Auch die Bahamas verdient einen Blog- Eintrag für sich 🙂 Also bis bald…

Liebe Grüsse
Marianne

P.S. Heute verlassen wir Bermudas und segeln zurück nach Europa. Unser erstes Ziel sind die Azoren.

Weitere Impressionen

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Big Sand Cay – meine Trauminsel
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Diese Wolken kündigen einen Wetterwechsel an
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Die ersten Tag auf Turks & Caicos haben wir leider nicht so gutes Wetter.
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South Dock auf Providenciales (Caicos)
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Im Gebäude rechts können wir ausklarieren. Die nette gestrandete Segeljacht wirkt in diesen untiefen Gewässern äusserst motivierend. Vielen Dank. 

 

2 Gedanken zu “Turks & Caicos

  1. Sven 8. Juni 2017 / 18:43

    Hallo ihr Zwei😊

    Ihr habt ja echt atemberaubende Inseln, Begegnungen und Strände gesehen….da ist der Neid wohl nicht weit weg bei mir 😉

    Es liest sich sehr spannend und mitreisend…wow

    Ich bin schon jetzt auf den Bahama Blog gespannt.

    Sagt mal, seid ihr zufällig Mitte/Ende Juli wieder im kroatischen Meer???
    Wir befinden uns dann nämlich dort an der Küste bis Dubrovnik runter an der Küste in den Ferien 😎

    Wünsche euch weiterhin viel Spass und tolle Erlebnisse👍

    Liebe Grüsse
    Sven

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  2. Dänu Dubach 9. Juni 2017 / 11:20

    Ich freue mich jedesmal auf den neuen Blog, immer interessant und spannend geschrieben. Macht weiter so und geniesst die Reise!

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