Tschüss Mittelmeer

Nachdem wir in Windeseile (teilweise auch in Motoreseile) der spanischen Festlandküste entlang segelten und eine kurze Weihnachtspause in der Schweiz einlegten, kehrten wir mit Verstärkung zu unserer „Jolene“ zurück. Es steht die für uns bisher längste Etappe vor uns. Von Gibraltar in die Kanaren.

Ja die letzten Marinas in Südspanien meinten es nicht wirklich gut mit uns. Nachdem wir in Benalmadena, in der Nähe von Malaga, unser schlimmstes Hafenanlegemanöver erlebten, hat unser Ruder in Marbella durch die immer stärkeren Gezeiten leider ein wenig den Sandboden „massiert“. Glücklicherweise sind es alles nur kleine „Schönheitsschäden“ welche wir hinnehmen müssen. Ernsthafte Beschädigung gab es nicht.

Wir verlassen die spanische Festlandküste mit einem neuen Crew-Mitglied an Bord. Lorenz, ein Freund von Bernhard, wird uns für gut 20 Tage begleiten und uns dadurch in der Überfahrt nach Teneriffa erheblich mehr Schlaf ermöglichen. Das sind doch gute Aussichten!

Bevor wir aber das Mittelmeer verlassen, machen wir einen letzten Stopp in Gibraltar. Wart ihr schon einmal in Gibraltar? Ein ganz spezieller Ort. Obwohl man sich doch geographisch eigentlich noch voll in Spanien befindet, taucht man in Gibraltar in die britische Welt ein. Plötzlich zahlt man in Pfund und auf den Strassen riecht es nach Fish&Chips. Zwei Dinge sind ziemlich aussergewöhnlich. Das eine sind die dort freilebenden Berberaffen. Da ich allerdings Jahre zuvor nur knapp einer bösartigen Affenattacke in Thailand entkommen konnte, kann ich nicht wirklich Begeisterung für diese Tiere aufbringen. Das andere ist der Flughafen, welcher quasi quer durch die Stadt verläuft. Unsere Marina befindet sich direkt daneben. Und das Beste ist, um einkaufen zu gehen, kann man da einfach mal so über die Landebahn marschieren. Damit es zwischen Mensch und Flugzeug keine Kollisionen gibt, wurde eine Ampel hingestellt. Schön, dass die Fliegerei ab und zu doch noch so unkompliziert zu sein scheint.

Wir tanken, kaufen Lebensmittel, kaufen eine Fischerausrüstung,  machen ein kurzes Sightseeing…. Es fehlt lediglich noch etwas Gas zum Kochen und wir können aufbrechen. Gas zu finden in Gibraltar scheint aber doch ganz plötzlich ein Ding der Unmöglichkeit zu werden. Obwohl uns ein Geschäft bestätigt hat, bis zu unserer Abfahrt Gas zu liefern, so stehen wir eine Stunde vor Abfahrt doch noch mit leeren Behältern da. Letzte Möglichkeit ist auf die Hilfsbereitschaft von den weiteren Booten in der Marina zu hoffen. Habe ich doch gelesen, dass die Seglercommunity so hilfsbereit sein soll. Wir beginnen unsere Suche und fragen uns durch. Einfach ist es leider nicht, aber wir werden letzten Endes doch noch fündig und können einem etwas merkwürdigen Typen eine Flasche zu einem überteuerten Preis abkaufen. Huch. Meine grösste Angst war, dass wir nun unseren frisch gefangenen Tunfisch mangels Gas plötzlich nicht zubereiten können. Zu dieser Zeit wusste ich noch nicht, dass wir während der gesamten Überfahrt keinen Fisch an die Angel kriegen werden. Erkenntnis: Angeln scheint gar nicht so einfach zu sein.

Anmerkung der Autorin: Zugegeben ich bin etwas spät mit meinen Berichten. Die letzten Wochen waren intensiv und das Schreiben und Filmeschneiden blieb auf der Strecke. Bald werde ich davon berichten und ihr werdet verstehen. Liebe Grüsse, Marianne

Impressionen:

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Nach der Rückkehr aus den „Weihnachtsferien“ in der Schweiz wird in Benalmadena zuerst wieder einen Grundstock an Lebensmitteln aufproviantiert. 
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Kurz vor Gibraltar liegen etliche Frachtschiffe vor Anker. Den Captain freuts!
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Rund um den Europa Point. 
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Aussicht auf den Flughafen von Gibraltar. Links sieht man die Marina Bay, wo die „Jolene“ lag. Der Hafen weiter oben in der Mitte des Bildes ist bereits wieder Spanien, La Linea. Findet ihr den Spazierweg über die Flugbahn?
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Auf dem Weg zu den „gefährlichen“ Affen.
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Was macht denn das kleine Äffchen gerade? 😉
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Die „Sunborn“. Ein Schiff, nur dazu gebaut um als fünf Stern Hotel im Hafen rumzustehen.