Viva España!

Schande! Sind es nun doch wirklich bereits drei Wochen her seit meinem letzten Blog-Eintrag. Ja, die Weihnachtszeit hat uns ganz spontan zurück nach Hause in die schöne Schweiz gerufen. Wir konnten viel Energie tanken und sind nun bereits wieder glücklich und zufrieden auf unserer „Jolene“. Wie es aber nach Fiumicino bei uns weiterging, könnt ihr nun weiter unten lesen…. Ach und bevor ich es vergesse, ich hoffe doch ihr seid alle gut ins 2017 gerutscht. Wir wünschen euch jedenfalls einen guten Start. Werft eure Vorsätze über Bord und geht euren Träumen nach 😉

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….I’ll be home for Christmas, you can plan on me…….

So, nun stehen zwei Schläge vor uns, welche mir bereits beim Planen auf der Karte etwas Sorgen bereiteten. Von Rom nach Sardinien oder Korsika und anschliessend weiter zu den Balearen. Die Strecke ist berüchtigt für den starken Nordwind, den  Mistral, welcher auch im Winter gerne einmal seine volle Stärke zeigt. Es heisst ein gutes Wetterfenster abwarten. Aber was warum warten, wenn doch gerade ein gutes Fenster offen steht. Etwas überstürzt brechen wir am Samstag, 26.11.16, in Richtung Sardinien auf. Und weil Zwischenstopps nach „nur“ 24 Stunden segeln überbewertet werden und es doch nun wirklich ein tolles Wetterfenster ist und der Wind bald stärker werden wird, segeln wir auch gleich direkt weiter Richtung Menorca. Die ersten zwei Nächte verlaufen problemlos. Schichtwechsel findet jeweils nach drei Stunden statt. Die dritte Nacht endet dann doch noch  in einem Slalom-Lauf um verschiedene Gewitterwolken. Diesmal waren wir jedoch etwas vorgewarnt. Wir wussten, dass ein erhöhtes Risiko besteht. Aber wir mussten uns entscheiden, es standen mildere Gewitterwolken oder Mistral im Angebot. Wir haben uns für die Gewitterwolken entschieden. Nicht vorgewarnt waren wir aber auf die komischen Geräusche unseres Motors. Das kann doch nun wirklich nicht sein, dass ausgerechnet im Gewitterwolken-Slalom der Motor streikt. Zum Glück hat der Motor mit seinen vollen Kräften gekämpft und wir konnten den einzelnen Gewitterzellen ausweichen. Letztendlich sind wir nicht einmal in einen Regen geraten. Das Radar, welches wir beim Kauf des Schiffes eher belächelten, zeigte sich für solche nächtlichen Abenteuer aus äusserst hilfreich. Nachdem, von mir jeweils ersehnten, Sonnenaufgang erhielt dann auch der Motor seine geforderte Aufmerksamkeit. Die komischen Geräusche waren nämlich über Nacht nicht verschwunden. Es stellte sich heraus, dass Wasser im Dieselfilter war und daher der Motor zu stocken begann. Alles kein Problem für Bernhard…

Am Dienstag um 19:00 Uhr machen wir in der Marina di Menorca in Mahon die Leinen fest. Jetzt heisst es, jedenfalls für mich, endlich nach-schlafen. Das tue ich dann auch bis am Mittwochmittag. Ausgeschlafen machen wir uns auf, Mahon zu erkundigen. Wirklich eine schöne Stadt. Wahrscheinlich etwas teuer und überfüllt im Sommer. Viele Shops und Restaurant sind in der Nebensaison geschlossen. Da ich sowieso weder Budget noch Platz habe „un-nützliche“ aber schöne Dinge zu kaufen, machen wir uns wieder einmal auf die Suche nach etwas Sinnvollem: Einem neuen Dieselfilter.

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Shopping in Mahon

Von Mahon aus geht es dann weiter an der Südküste von Menorca entlang. Menorca bietet wunderbare Badebuchten, welche zudem einen guten Schutz für eine kostenlose Übernachtung vor Anker bieten. Im Dezember haben wir die Buchten beinahe für uns alleine. Und so mach wir Halt in Cala en Porter. Das Dorf ist total ausgestorben aber die Bucht ist der Hammer! Türkises, klares Wasser, ein wunderbarer Strand, Sonnenschein. Was will man mehr? Gut, zugegeben es ist trotz allem etwas frisch und ganz so leicht springen wir nicht ins Wasser. Aber auf den Bildern erkennt man das ja dann nicht ;-). Ab ins Wasser und geniessen!

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Ein Traumschiff in einer Traumbucht 🙂

Am nächsten Tag verlassen wir Menorca und nehmen Kurs in Richtung Mallorca. Leider konnte ich Bernhard nicht davon überzeugen einen Stopp in El Arenal, oder besser bekannt als Ballermann, zu machen. Obwohl  ich ihm dort doch eine ortskundige Reiseführerin hätte sein können;-)  Aber unser Zeitplan lässt uns nicht viel Spielraum und nach zwei Nächten Mallorca sind wir bereits auf dem Weg nach Ibiza. Das Übernachten im Hafen von Ibiza würde für unsere „Jolene“ in der Sommersaison doch tatsächlich satte EUR 300.00 kosten. Wahnsinn! Wenn man überhaupt das Glück hat einen freien Platz zu ergattern. Im Dezember ist das Platzangebot kein Problem und wir haben die erste Nacht einfach irgendwo festgemacht wo es niemanden interessierte und in der zweiten Nacht waren wir in einer Marina für 22 Euro.

Es folgt ein wirklich wunderschöner Segel Tag nach Alicante. Die Überfahrt dauert 14 Stunden und der Wind kommt konstant räumlich. Obwohl die Wellen doch ungefähr drei Meter hoch sind beginne ich mich immer wohler auf der „Jolene“ zu fühlen. Ich übe also bei 20 Knoten Wind und den Wellen auf meiner Gitarre oder versuche drinnen zu kochen. Von Seekrankheit spüre ich überhaupt nichts mehr. (Holz alänge..). Ich weiss aber dass dies nach einer gewissen Pausenzeit wieder kommen kann.  Endlich einmal ein Vorteil das wir kaum Pausen machen ;-).

Ich grüsse euch herzlich

Marianne

Fotogalerie: 

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Unser Spinnaker – irgendwie etwas klein, aber dafür farblich sehr schön!
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Dokumentation des Unterwasserschiffes
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6. Dezember
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Stimmung von Ibiza nach Alicante. Bild 1
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Stimmung von Ibiza nach Alicante. Bild 2

3 Gedanken zu “Viva España!

  1. Beatrice 7. Januar 2017 / 0:15

    Ein ganz toller Bericht, Marianne! Vielen Dank für dieses Weihnachtsgeschenk am Tag der Drei Königen! Gute Weiterfahrt! Die Foto vom Samichlaus-Beck hat mir speziell gut gefallen 😉

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  2. Lea 8. Januar 2017 / 18:08

    Spannend, eure Berichte zu lesen! Toll, was ihr schon alles erlebt habt! Die Bucht ist wunderschön (und das Schiff natürlich auch 😉). Wünsche euch weiterhin viel Spass, viel Sonne und Wind.

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  3. Oily Liniger 15. Januar 2017 / 17:44

    Schön von Euch via Ruedi zu hören. Tönt alles super und man wird ein wenig neidisch…. Bacana steht in Samos und wettert die Winterstürme der Ägäis ab. Gute Überfahrt wünsche ich Euch und immer ein Glas Rosso in der Hand. Oily

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