Fiumicino – Da sind wir!

Sogar etwas früher als geplant sind wir am Sonntag, 30.10.16, in Fiumicino angekommen. Es scheint, als durchlaufen wir in jeder Etappe eine kleine Prüfung. Nun gut, solange es ein Happy End gibt kann ich damit leben.

Wir haben unser Etappenziel geschafft. Nach Reggio di Calabria ging es nach einem ungeplanten Motor-Gaskabelwechsel glücklicherweise doch noch weiter nach Tropea. Tropea ist wirklich eine wunderschönes Städtchen und absolut einen Besuch wert. Unserem Wassertankdeckel gefiel es dort so sehr, dass er sich entschieden hat uns zu verlassen und ein neues Leben im Hafenbecken von der Marina zu starten. Wir wünschen ihm dazu gutes Gelingen und werden seine Stelle wohl neu besetzten müssen.

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Marina di Tropea

 

Für uns ging es weiter nach Capri. Ja das ist ein ziemlich langes Stück. Und nein, das war nicht Bärnis Idee, sondern meine. Aber mit längeren Schlägen erhalten wir dafür auch die Möglichkeit auf längere Pausen und das war mein Anreiz! Das Segeln war sehr angenehm und ich hatte meine Schichten doch tatsächlich so gewählt, dass ich den Sonnenuntergang sowie den Sonnenaufgang auf „Arbeitszeit“ geniessen durfte. Unglaublich schön! Kurz vor Capri kamen dann auch noch zwei Delphine vorbei. Sie tauchten tief ab, um anschliessend mit Höchstgeschwindigkeit senkrecht aus dem Wasser zu springen und mit der Schwanzflosse freudig zu wedeln. Leider haben wir davon keine Fotos. Aber wer will bei diesem Spektakel auch ins Schiff runter die Kamera holen gehen.

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Sonnenuntergang an der Südküste von Capri

Nach einem Wandertag auf Capri ging es weiter auf die Insel Procida. Langsam spüren wir wieder die Kälte des Nordens und ich sehne mich bereits nach den Kanaren. Da wir zeitlich in unserer Planung aber gut liegen, entscheiden wir uns Tag für Tag nach den Windprognosen, wann wir weitersegeln wollen. Nun wissen wir bereits, dass die Windprognosen mit Vorsicht zu geniessen sind, da beispielsweise Gewitter dort nicht angezeigt werden. Aber dass die Windprognosen auch deutlich danebenliegen können, haben wir am Freitag den 29.10.16 erfahren, als wir plötzlich anstatt mit  20 Knoten Wind mit 40 Knoten Wind zu kämpfen hatten. Ich habe noch nie so viel Wind auf einem Segelboot erlebt und ich wollte auch nie so viel Wind auf einem Segelboot erleben.
Hatte ich Angst? Ja.
Hatten wir die Schwimmwesten an? Vielleicht etwas zu spät.
Waren wir am Boot festgemacht? Nein.
Krampfhaft hielt ich mich bei starken Böen in Kombination mit grossen Wellen an der Winch fest. Die Wellen brachen und das Meer erstrahlte in Weiss. Im Flugwasser glänzten die Regenbögen in allen Farben. Wirklich ein unheimlich (im wahrsten Sinne des Wortes) schönes Bild. Auch hier bin ich leider nicht mehr dazu gekommen ein Foto zu schiessen. Ich musste mich ja schliesslich an der Winch festklammern und Bärni sass am Steuer. Unsere Hoffnung war, dass wir uns aktuell lediglich in einer Art Winddüse befinden und wenn wir tapfer weiter segeln, wird der Wind wieder abnehmen. So oder so, es gab überhaupt keine Alternative. Also segeln und vielleicht doch beten. Während wir in dieser misslichen Situation sassen, dachte ich übrigens an euch! Freitag am Mittag. Was tut ihr wohl gerade? Hoffentlich etwas angenehmeres!
Nun gut, um die Spannung etwas aufzulösen. Wir haben überlebt. Der Wind lies tatsächlich nach ungefähr einer Stunde wieder nach und plötzlich stellte er sogar komplett ab. Das Meer war wieder dunkelblau, die Wellen wurden nach und nach kleiner. Als wäre nie etwas gewesen.  Letztendlich mussten wir sogar den Motor starten. Wir kommen langsam wieder zu uns und nach einigen Minuten ist auch bei uns wieder als wäre nie etwas gewesen. Wir versuchen uns etwas vom Salzwasser zu befreien und ich freue mich eigentlich gerade über die Windstille. Unser Sicherheitskonzept müssen wir aber wohl noch einmal etwas überdenken, respektive besser umsetzen!

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Ungefähr so haben wir uns nach der Winddüse gefühlt! Lotti Junior X hat im Salon unten  eine Salzwasser-dusche erwischt.

Nach zwei angenehmen Nächten in der riesigen Marina von Nettuno sind wir schliesslich an unserem Ettapenziel, Fiumicino, angelangt. Beinahe gleichzeitig treffen auch Bärnis Eltern mit dem Auto in Fiumicino ein. Was für ein Timing! Nun geht es darum abzuklären, welche Arbeiten durch wen erledigt werden können. Aber mehr zu den Tagen in Fiumicino folgt in einem nächsten Blogeintrag.

Liebe Grüsse

Marianne

 

Impressionen aus unserem Alltag

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„Jolene“ und Marianne in Capri
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Wandertag von Capri nach Anacapri. Es war steiler als gedacht…
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In Anacapri ging es dafür mit einem supercoolen „Sässelilift“ runter!
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Wunderschön! Nicht?! Rechts im Bild ist Stromboli.

6 Gedanken zu “Fiumicino – Da sind wir!

  1. sandrameier 16. November 2016 / 7:13

    Besser aus jede Krimi! Aber häbet schön Sorg, das tönt ja furchtiflössend! 🙀

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    • Marianne Bärfuss-Roth 16. November 2016 / 11:57

      Merci Sändle! Ja machemr – d Erfahrig lehrt üs. U fausdr üs mau weit cho bsueche simer när uf aui Gfahre vorbereitet 😉

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  2. Marc Heiniger 16. November 2016 / 7:31

    Dr einzig Blog woni lisä 😉
    Wie immer herrlech zum läse, und super Bildli!
    Witer so 🙂

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  3. Werren Elisabeth 2. Dezember 2016 / 9:18

    Hallo es isch immer spannend dini Brichte lesen wünsche euch witerhin aues gute .Lisi

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