Schiffskauf – oder wie alles begann

Seit einigen Wochen sind wir stolze Besitzer eines wunderschönen Schiffes.
Es ist noch kein Jahr her, als wir uns für das Abenteuer Weltumsegelung entschieden haben. Durch einen Explora-Vortrag von den Seenomaden inspiriert, nisteten sich diese unglaublichen Bilder und Erzählungen in unser Hirn bis sie in einem Möbelhaus die Oberhand gewinnen konnten. Wir standen vor einer schwierigen Entscheidung. Sollen wir nun in ein neues Bett investieren oder eine Auszeit auf See planen? Wir verliessen das Geschäft ohne neues Bett! Nun, was braucht es für eine Weltumsegelung? Wahrscheinlich in erster Linie ein Segelboot. Daher machten wir uns auf die Suche nach geeigneten Schiffen. Ein harter Kampf zwischen Komfort (Marianne) und Performance (Bärni) begann. Wir haben viel Zeit auf boot24.ch und im Yachtmarkt von yacht.de verbracht. Interessante Inserate führten uns nach Elba, Marseille und Split. Generell ist die Suche nach dem geeigneten Boot vielleicht weniger erfüllend, als dies zuerst erscheinen mag. Da wir nämlich etwas unter Zeitdruck standen und das ganze Projekt erst wirklich greifbar wird, jedenfalls für mich, wenn wir im Besitz eines Schiffes sind, war es stimmungsmässig eine Achterbahn. Damit ihr das nachvollziehen könnt, kurz die Geschichte Sun Odyssey 42i.
Endlich, wir hatten ein Schiff gefunden, dass sowohl Komfort wie auch Performance aufweisen kann und zudem von der Länge mit 42 Fuss auch super zu unseren Vorstellungen passte. Da Bärni wirklich regelmässig die neuen Inserate überprüfte, konnten wir bei diesem Angebot umgehend reagieren. Sogleich erhielten wir eine Antwort vom Broker. Die Eigentümer werden am Montag dass Schiff verlassen, anschliessend könne er uns weitere Fotos schicken und das Schiff sei für eine Besichtigung zugänglich. Der Preis war sehr attraktiv und daher entschieden wir uns schnell zu handeln und einen Besichtigungstermin für Samstag festzulegen. In meinen Gedanken habe ich bereits das Schiff eingerichtet – soweit das bei einem Schiff überhaupt möglich ist. Wir fuhren am Freitag Abend nach der Arbeit los und übernachteten kurz nach der französischen Grenze in einem Hotel. Am Samstag standen wir ca. um 10:00 Uhr im Hafen und sahen schon „unser Schiff“. Allerdings befanden sich da schon Personen, ein Paar, darauf. Als wir zum Broker gingen, um nun unsere vereinbarte Besichtigung zu erhalten, meinte dieser nur „c’est vendu“. Zugegeben mein Französisch ist etwas eingerostet, aber das habe ich leider verstanden. Wie bitte? Wir sind nur wegen diesem Boot den weiten Weg gefahren! Angeblich haben die Käufer den Vertrag am Freitag unterzeichnet und die ehemaligen Eigentümer, Australier, haben diesen in der Nacht per Fax retourniert. Tja, da war leider nichts mehr zu machen. Wir versuchten noch die neuen Eigentümer etwas finster anzuschauen, aber auch das hatte keine Wirkung. Auf eine Stadtbesichtigung von Marseille ist uns die Lust vergangen und so stiegen wir ins Auto und fuhren auf direktem Weg nach Hause.

DSC07516

Als wir uns von der Ernüchterung erholt haben ging jedoch die Suche weiter. Auffällig war, dass in Kroatien ein grosser Markt für Gebrauchtboote zu sein scheint. Wir wollten aus unserem Marseille-Erlebnis lernen und nahmen uns vor bei einer Reise immer mehrere Angebote und Besichtigungstermin zu vereinbaren. Wieder haben wir zwei Angebote gefunden und organisierten unseren Trip nach Split. Wir kamen erst um 22:00 Uhr im Hotel an, welches gleich beim Hafen lag, und liessen es uns nicht nehmen, einen kurzen Blick auf „unser“ Schiff zu werfen. Diesmal sollte es eine Dufour 44 sein. Wir fanden sie und waren wiedereinmal überwältigt. Das Schiff glänzte und strahlte im Licht des Mondes. Stolz verschickten wir natürlich bereits Whatsapp-bilder! Am nächsten Tag kam allerdings erneut eine Ernüchterung. Der Glanz des Schiffes war im Tageslicht verschwunden. Das Schiff wirkte schmutzig und wies zudem einige Mängel auf.

IMG_20160224_235859

Für die Besichtigungen in Kroatien haben wir einen Schiffsexperten, Peter Portmann, aufgeboten, welcher uns beratend zur Seite stand und zudem bei einem Kauf auch gleich die Expertise für den Schweizer Flaggenschein erstellen konnte. Wir waren hin un her gerissen, ob diese Dufour nun unser Schiff werden sollte. Sicherlich kann aus dem Schiff mit etwas Arbeit viel herausgeholt werden…. Peter erzählte mir, dass man es nebst den technischen Fakten auch spürt, ob es DAS Schiff sei. Gefühle hatte ich für die Dufour definitiv keine, aber die Zeit drängte und ich wusste nicht ob wir wirklich auf meine Gefühle Rücksicht nehmen konnten. Gut, dass wir am nächsten Tag nochmals zu einer Besichtigung in einen nahe gelegenen Hafen fahren konnten. Diesmal gings zu einer Comar Genesi 43, und wer bereits auf dem Menüpunkt „Unser Schiff“ war weiss, dass dies das jene welche wurde. Und ich kann bestätigen, es war liebe auf den ersten Blick!!!

Happy End 🙂

 

Ein Gedanke zu “Schiffskauf – oder wie alles begann

  1. Heidi 22. Juli 2016 / 16:12

    Hallo ihr Lieben
    Ich fange mal an mit Kommentieren, musste herzlich lachen über deine Schilderung der Fahrt nach Marseille zur Besichtigung der Odyssee. Das war ja in dem Fall im wahrsten Sinne des Wortes eine richtige Odysee!!! Und mal ehrlich; ein Schiff mit diesem zweideutigen Namen? Bin froh, habt ihr ein anderes gefunden ;-). Liebe Grüsse, Heidi

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s